Schröpfen
(auch „Cupping“ genannt) ist ein traditionelles Therapieverfahren, das in der komplementären Medizin weit verbreitet ist. Es wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen angewandt – insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), aber auch in alten ägyptischen, griechischen und europäischen Heiltraditionen.
Grundprinzip des Schröpfens
Beim Schröpfen verwende ich Glasgefäße (Schröpfköpfe) welche auf die Haut aufgesetzt werden, um ein Vakuum zu erzeugen. Dieses soll die Durchblutung und den Lymphfluss anregen sowie Selbstheilungsprozesse fördern.
Man unterscheidet:
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Trockenes (unblutiges) Schröpfen: nur das Vakuum, keine Hautverletzung.
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Schröpfmassage: Kombination aus Vakuum und Massagebewegung.
- Blutiges Schröpfen: vorher oder nachher wird die Haut leicht eingeritzt, um „stauendes“ oder „schlechte“ Blut auszuleiten.
Ich biete aus hygienischen Gründen kein „Blutiges Schröpfen“ an.
Wirkmechanismen (theoretisch und empirisch)
Die genauen physiologischen Mechanismen sind noch nicht abschließend wissenschaftlich belegt, aber es gibt einige hypothetische Wirkansätze:
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Durchblutungsförderung: Das Vakuum steigert die lokale Mikrozirkulation.
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Reflexzonenwirkung: In der TCM und in der europäischen Naturheilkunde wird davon ausgegangen, dass bestimmte Hautareale (z. B. Head’sche Zonen) über Reflexwege mit inneren Organen verbunden sind.
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Entzündungshemmung: Studien deuten an, dass Schröpfen entzündungshemmende Zytokine beeinflussen kann.
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Schmerzlinderung: Über Reizung der Hautnerven kann eine Endorphinfreisetzung ausgelöst werden („Gegenirritationsprinzip“).
Anwendungsgebiete in der Komplementärmedizin
Schröpfen wird häufig begleitend oder alternativ zu konventionellen Behandlungen bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
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Muskuläre Verspannungen und Rückenschmerzen
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Nackenschmerzen und Schulterbeschwerden
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Kopfschmerzen und Migräne
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Rheumatische Beschwerden
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Verdauungsstörungen (z. B. Reizdarm, Leber-Galle-Beschwerden)
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Erkältungen und Bronchitis
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Menstruationsbeschwerden
Wichtig: Schröpfen wird ergänzend verwendet – nicht als Ersatz für schulmedizinische Behandlungen.
Wissenschaftliche Evidenz
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Die wissenschaftliche Datenlage ist uneinheitlich.
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Einige kleinere Studien und systematische Reviews (z. B. Cochrane-Analysen) zeigen positive Effekte bei Schmerzen im Bewegungsapparat, Migräne und Herpes zoster.
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Allerdings sind viele Studien methodisch schwach (kleine Stichproben, fehlende Verblindung).
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Die Schulmedizin stuft Schröpfen daher meist als komplementäres Verfahren mit begrenzter Evidenzbasis ein.